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Die SIS - Themenfeld 4 richtig ausfüllen und der Katz - Index




Das Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS (Selbstständigkeit/Unabhängigkeit) ist wichtig, da es dazu beiträgt, die Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten zu bewerten und die notwendige Unterstützung zu identifizieren. Die Selbstversorgungsfähigkeit ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Patienten und kann dazu beitragen, mögliche Risiken oder Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Durch das Ausfüllen des Themenfelds 4 können Pflegefachkräfte eine individuelle Pflegeplanung für jeden Patienten erstellen und sicherstellen, dass die Bedürfnisse des Patienten in Bezug auf seine Selbstversorgungsfähigkeit angemessen berücksichtigt werden. Darüber hinaus kann die Dokumentation in der SIS dazu beitragen, dass die Pflege und Betreuung des Patienten kontinuierlich und konsistent erfolgt, auch wenn mehrere Pflegefachkräfte an der Versorgung beteiligt sind.


Die Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten ist ein wichtiges Thema in der Pflege. Es geht darum, die Fähigkeit des Patienten zu beurteilen, sich selbstständig zu pflegen, und festzustellen, ob er dabei Unterstützung benötigt. Eine angemessene Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit ist entscheidend für eine effektive Pflegeplanung und -durchführung. In diesem Zusammenhang ist das Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS eine wichtige Maßnahme, um die Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten zu dokumentieren und sicherzustellen, dass sie die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. In diesem Artikel werden wir Ihnen zeigen, wie Sie das Themenfeld 4 in der SIS ausfüllen und warum dies so wichtig ist.


Warum ist das Themenfeld 4 so schwierig auszufüllen


Es gibt mehrere Gründe, warum Pflegefachkräfte Schwierigkeiten haben können, das Themenfeld 4 in der SIS auszufüllen. Ein häufiges Problem ist die Unsicherheit darüber, welche Kriterien bei der Bewertung der Selbstversorgungsfähigkeit eines Patienten zu berücksichtigen sind. Die Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit erfordert ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung in der Pflegepraxis. Es kann schwierig sein, die Selbstversorgungsfähigkeit eines Patienten angemessen zu bewerten, wenn man nicht genügend Wissen und Erfahrung in diesem Bereich hat.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Standardisierung und Klarheit in der Dokumentation der Selbstversorgungsfähigkeit. Die SIS gibt zwar einen allgemeinen Rahmen vor, aber die Interpretation und Anwendung der Kriterien können je nach Pflegefachkraft variieren. Dies kann zu unterschiedlichen Bewertungen der Selbstversorgungsfähigkeit und Unklarheiten in der Pflegeplanung führen.


Ein weiterer Grund für Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS ist der Zeitmangel. Die Bewertung der Selbstversorgungsfähigkeit erfordert oft eine umfassende Beobachtung und Bewertung des Patienten, was zusätzliche Zeit und Ressourcen erfordern kann. In einer hektischen Arbeitsumgebung kann es schwierig sein, genug Zeit für die Bewertung und Dokumentation der Selbstversorgungsfähigkeit zu finden.


Schließlich kann auch die Kommunikation zwischen den Pflegefachkräften und anderen Mitgliedern des Pflegeteams ein Problem darstellen. Wenn die Pflegefachkräfte unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie die Selbstversorgungsfähigkeit eines Patienten bewertet werden sollte, kann dies zu Konflikten führen und die Pflegeplanung erschweren.


Ein paar Tipps vorab zum Ausfüllen des Themenfelds


Natürlich gibt es einige Tipps, die Sie berücksichtigen können, um das Themenfeld 4 der SIS effektiv auszufüllen:

  1. Beobachten Sie den Patienten: Beobachten Sie den Patienten bei seinen alltäglichen Aktivitäten wie der Körperpflege, dem Anziehen und der Nahrungsaufnahme. Auf diese Weise können Sie seine Fähigkeit zur Selbstversorgung beurteilen und feststellen, wo er Unterstützung benötigt.

  2. Nutzen Sie standardisierte Skalen: Verwenden Sie standardisierte Skalen wie den Barthel-Index oder den Katz-Index, um die Selbstversorgungsfähigkeit des Patienten zu bewerten. Diese Skalen können Ihnen dabei helfen, die Bewertung objektiver zu gestalten und sie mit anderen Pflegefachkräften zu vergleichen.

 

Der Katz - Index


Der Katz-Index ist ein standardisiertes Instrument zur Beurteilung der Selbstständigkeit von älteren Menschen oder Personen mit Behinderungen bei alltäglichen Aktivitäten. Er wurde in den 1950er Jahren von Morris Katz entwickelt und wird heute weltweit in der Pflegepraxis eingesetzt.

Der Katz-Index umfasst sechs Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs), die eine Person selbstständig ausführen können sollte, um als unabhängig eingestuft zu werden. Diese Aktivitäten sind:

  1. Waschen: Die Fähigkeit, sich selbst zu waschen und zu pflegen

  2. Anziehen: Die Fähigkeit, sich selbst anzuziehen und die Kleidung zu wechseln

  3. Toilettenbenutzung: Die Fähigkeit, die Toilette selbstständig zu benutzen und sich zu reinigen

  4. Transfers: Die Fähigkeit, aus dem Bett zu kommen und sich fortzubewegen, ohne Hilfe zu benötigen

  5. Kontinenz: Die Fähigkeit, die Blase und den Darm zu kontrollieren

  6. Ernährung: Die Fähigkeit, selbstständig zu essen und zu trinken

Für jede dieser Aktivitäten gibt es eine Bewertungskategorie mit zwei Antwortmöglichkeiten: "unabhängig" oder "abhängig". Wenn eine Person in einer oder mehreren Aktivitäten als "abhängig" eingestuft wird, kann dies darauf hinweisen, dass sie Unterstützung benötigt, um ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder zu verbessern.


Der Katz-Index wird häufig in Kombination mit anderen Instrumenten zur Beurteilung der Gesundheit und des Funktionsniveaus eingesetzt, um ein umfassenderes Bild der Bedürfnisse einer Person zu erhalten.


Die AEDLs und der Katz-Index


Der Katz-Index und die AEDLs nach Krohwinkel sind beide Instrumente zur Beurteilung der Selbstständigkeit von Patienten, aber sie unterscheiden sich in einigen Aspekten.

Der Katz-Index ist ein einfaches Instrument zur Beurteilung der Selbstständigkeit in sechs grundlegenden Aktivitäten des täglichen Lebens: Baden, Ankleiden, Toilettengang, Kontinenz, Nahrungsaufnahme und Transfer (Bewegen von einem Ort zum anderen). Jede Aktivität wird einzeln bewertet und der Patient erhält Punkte, je nachdem, wie unabhängig er in dieser Aktivität ist. Der Katz-Index konzentriert sich hauptsächlich auf die körperlichen Fähigkeiten des Patienten und gibt eine allgemeine Einschätzung der Selbstständigkeit.


Die AEDLs nach Krohwinkel hingegen sind ein umfassenderes Instrument, das auch andere Aspekte der Selbstständigkeit und des Wohlbefindens berücksichtigt, wie z.B. soziale Interaktion, Mobilität, kognitive Fähigkeiten und Sicherheit. Es gibt insgesamt elf Aktivitäten des täglichen Lebens, die in die Beurteilung einbezogen werden: Körperpflege, Ernährung, Ausscheidung, Mobilität, Vitalzeichen, Medikamenteneinnahme, Wundversorgung, Schlaf, Tagesstrukturierung, soziale Interaktion und psychische Stabilität. Jede Aktivität wird in mehrere Teilbereiche unterteilt, die wiederum einzeln bewertet werden. Dies ermöglicht eine differenziertere Beurteilung der Selbstständigkeit und eine gezielte Planung der Pflegemaßnahmen.


Insgesamt kann man sagen, dass der Katz-Index ein einfaches und schnell anwendbares Instrument zur Beurteilung der Selbstständigkeit ist, das sich jedoch hauptsächlich auf körperliche Fähigkeiten konzentriert. Die AEDLs nach Krohwinkel hingegen bieten eine umfassendere Beurteilung der Selbstständigkeit und können eine gezielte Pflegeplanung erleichtern.


 

3. Holen Sie sich Feedback von Patienten und Angehörigen: Befragen Sie den Patienten und seine Angehörigen nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen in Bezug auf die Selbstversorgungsfähigkeit. Sie können dabei wertvolle Informationen erhalten, die bei der Bewertung und Planung der Pflege berücksichtigt werden können.


4. Berücksichtigen Sie den Kontext: Berücksichtigen Sie den Kontext, in dem der Patient lebt und sich aufhält. Zum Beispiel kann ein Patient in einer Pflegeeinrichtung möglicherweise mehr Unterstützung bei der Selbstversorgung benötigen als ein Patient, der zu Hause lebt.


5. Dokumentieren Sie die Bewertung: Dokumentieren Sie die Bewertung der Selbstversorgungsfähigkeit des Patienten und die daraus resultierende Pflegeplanung sorgfältig in der SIS. Dies hilft, sicherzustellen, dass die Pflege konsistent und kontinuierlich durchgeführt wird und dass jeder, der an der Pflege des Patienten beteiligt ist, die notwendigen Informationen hat.


Durch die Anwendung dieser Tipps können Pflegekräfte das Themenfeld 4 der SIS effektiv ausfüllen und sicherstellen, dass die Selbstversorgungsfähigkeit des Patienten angemessen bewertet wird, um eine optimale Pflege zu gewährleisten.


Insgesamt gibt es also verschiedene Herausforderungen, die beim Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS auftreten können. Eine angemessene Schulung und Fortbildung der Pflegefachkräfte, klare Richtlinien und Standards für die Dokumentation sowie eine offene und effektive Kommunikation zwischen den Pflegefachkräften und anderen Mitgliedern des Pflegeteams können dazu beitragen, diese Herausforderungen zu überwinden und eine effektive Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten zu ermöglichen.


Das Ausfüllen


Schritt 1: Sammeln Sie Informationen


Bevor Sie das Themenfeld 4 in der SIS ausfüllen können, müssen Sie zunächst Informationen über den Patienten sammeln. Dies kann durch Gespräche mit dem Patienten, seiner Familie oder Betreuern, durch Beobachtung oder durch Überprüfung von Patientenakten erfolgen. Sie sollten alle relevanten Informationen sammeln, die Ihnen helfen werden, die Selbstversorgungsfähigkeit des Patienten zu beurteilen.


Schritt 2: Beurteilung der Selbstversorgung


Beurteilen Sie die Fähigkeit des Patienten, sich selbstständig zu pflegen. Fragen Sie den Patienten, ob er in der Lage ist, sich selbst zu waschen, anzuziehen, sich zu kämmen und zu rasieren. Beobachten Sie auch, ob er Unterstützung benötigt oder ob er Hilfsmittel wie Greifhilfen oder spezielle Geräte verwendet.


Schritt 3: Bewertung der Fähigkeiten


Bewerten Sie die Fähigkeiten des Patienten in Bezug auf seine Selbstversorgung. Überprüfen Sie, ob der Patient in der Lage ist, seine Körperpflege selbstständig durchzuführen oder ob er Schwierigkeiten hat, beispielsweise aufgrund von körperlichen Einschränkungen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Berücksichtigen Sie auch andere Faktoren, wie beispielsweise seine Schmerzen und seine körperliche Verfassung.


Schritt 4: Bewertung der Unterstützung


Bewerten Sie, ob der Patient Unterstützung bei der Selbstversorgung benötigt. Überprüfen Sie, ob er aufgrund seiner Fähigkeiten auf Hilfe angewiesen ist und welche Art von Unterstützung er benötigt. Stellen Sie sicher, dass Sie die Bedürfnisse des Patienten berücksichtigen und ihm eine ausreichende Unterstützung zukommen lassen.


Beispiel: Ausfüllung des Themenfelds 4 in der SIS für einen Pflegeheimbewohner


Frau Müller ist eine 75-jährige Bewohnerin eines Pflegeheims. Sie hat Schwierigkeiten, sich selbstständig zu pflegen, da sie an Arthritis leidet und ihre Beweglichkeit eingeschränkt ist. In Bezug auf ihre Selbstversorgung ist sie auf Hilfe angewiesen.


Die Pflegefachkräfte des Pflegeheims haben das Themenfeld 4 in der SIS ausgefüllt und die Informationen wie folgt erfasst:


Frau Müller benötigt Unterstützung bei der Körperpflege, insbesondere beim Waschen, Anziehen und beim Zähneputzen. Sie kann ihre Gliedmaßen nicht frei bewegen und hat Schmerzen in den Händen und Knien. Aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen kann Frau Müller ihre Körperpflege nicht selbstständig durchführen. Sie benötigt täglich Unterstützung bei der Körperpflege durch das Pflegepersonal.


Die Informationen sind in der SIS dokumentiert und dienen den Pflegefachkräften als Grundlage für die Planung der Pflege und Unterstützung von Frau Müller. Durch die detaillierte Bewertung ihrer Selbstversorgungsfähigkeit können die Pflegefachkräfte sicherstellen, dass Frau Müller die Unterstützung erhält, die sie benötigt, um ihre Selbstständigkeit so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus können die Informationen aus dem Themenfeld 4 in der SIS dazu beitragen, Änderungen in Frau Müllers Gesundheitszustand zu erkennen und entsprechend zu reagieren.


Es ist wichtig zu betonen, dass das Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS eine kontinuierliche und dynamische Bewertung erfordert. Die Selbstversorgungsfähigkeit eines Patienten kann sich im Laufe der Zeit ändern, und es ist daher wichtig, die Bewertung regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren.


Insgesamt ist das Themenfeld 4 in der SIS ein wichtiges Instrument für die Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten und für die Planung der entsprechenden Pflege und Unterstützung. Durch eine sorgfältige Bewertung und Dokumentation können die Pflegefachkräfte sicherstellen, dass die Bedürfnisse der Patienten angemessen berücksichtigt werden und sie die bestmögliche Unterstützung erhalten, um ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederzuerlangen.


Fazit


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS eine komplexe Aufgabe für Pflegefachkräfte darstellen kann. Die Bewertung der Selbstversorgungsfähigkeit erfordert ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung in der Pflegepraxis sowie eine angemessene Zeit und Ressourcen.


Es ist wichtig, dass die Pflegefachkräfte ausreichend geschult und informiert sind, um eine effektive Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten durchzuführen. Eine klare Dokumentation, Standardisierung und offene Kommunikation zwischen dem Pflegeteam können dazu beitragen, die Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Themenfelds 4 in der SIS zu überwinden. Eine genaue Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit von Patienten ist entscheidend für eine angemessene Pflegeplanung und die Verbesserung der Gesundheitsergebnisse von Patienten.


Liebe Grüße und bleibt gesund und munter


Eure

Schwester Eva



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Bildnachweis: Pro Lizenz Canva









Literatur:


Chui, D & Yeung, C & Choi, C & Leung, M & Lui, Yt & Tam, W & Tang, K & Wong, C & Wong, Y & Yau, C & Yeung, T & Lee, J & Lee, L. (2022). 1047 VALIDATION OF THE CHINESE VERSION OF THE KATZ INDEX OF INDEPENDENCE IN ACTIVITIES OF DAILY LIVING. Age and Ageing. 51. 10.1093/ageing/afac126.064.


Shelkey, M & Wallace, M. (2000). Katz Index of Independence in Activities of Daily Living (ADL). Director (Cincinnati, Ohio). 8. 72-3.


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