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Die Braden - Skala





Das Erkennen von Patienten mit einem hohen Dekubitusrisiko kann schnell überwältigend und stressig werden. Doch mit der Braden-Skala haben wir ein effektives Werkzeug, das uns hilft das Risiko schnell und einfach zu bewerten.


Die Braden - Skala wird Euch dabei helfen, die Arbeit einfacher und schneller zu gestalten. Als Pflegekraft haben Sie täglich mit Herausforderungen zu kämpfen, und ich bin hier, um Ihnen dabei zu helfen, diese Herausforderungen zu meistern und Ihre Arbeit zu optimieren.


Hier werde ich Ihnen zeigen, wie Sie die Braden-Skala nutzen können, um das Dekubitusrisiko Ihrer Patienten schnell und effizient zu bewerten und so Zeit und Energie zu sparen. Ich weiß, dass Sie ständig unter Zeitdruck stehen und dass Sie nach Lösungen suchen, um Ihre Arbeit effektiver zu gestalten.


Als Pflegekraft haben Sie täglich mit Herausforderungen zu kämpfen, und ich bin hier, um Ihnen dabei zu helfen, diese Herausforderungen zu meistern und Ihre Arbeit zu optimieren. Die Braden-Skala wird Ihnen dabei helfen, die Arbeit einfacher und schneller zu gestalten.


Jeder weiß, wie unangenehm und schmerzhaft Druckgeschwüre (Dekubitus) sein können. Diese Wunden können sich bilden, wenn der Druck auf ein bestimmtes Körperteil über einen längeren Zeitraum nicht entlastet wird. Pflegebedürftige Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind oder unter bestimmten Gesundheitsproblemen leiden, haben ein höheres Risiko, an Dekubitus zu erkranken. Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, das Risiko von Dekubitus zu reduzieren: die Braden-Skala.



Die Braden-Skala ist ein Bewertungsinstrument, das von Pflegekräften eingesetzt wird, um das individuelle Risiko eines Patienten für die Entwicklung von Dekubitus zu beurteilen.


Barbara Braden und Nancy Bergstrom waren echte Pionierinnen in der Pflegeforschung, die sich zum Ziel gesetzt hatten, ein Problem anzugehen, das in der Pflegebranche weit verbreitet war - das Risiko von Dekubitus bei Patienten in Pflegeeinrichtungen. Sie erkannten, dass Pflegekräfte Schwierigkeiten hatten, Patienten mit hohem Dekubitusrisiko zu identifizieren und wollten dieses Problem lösen.



So entwickelten sie die Braden-Skala - ein bahnbrechendes Instrument, das die Bewertung des Dekubitusrisikos bei Pflegebedürftigen revolutionierte. Es war ein Durchbruch in der Pflegeindustrie, da es einfach zu bedienen war, zuverlässige Ergebnisse lieferte und das Risiko von Dekubitus bei Patienten verringern konnte.


Dank der Braden-Skala können Pflegekräfte jetzt das Dekubitusrisiko von Patienten schnell und einfach einschätzen und Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu reduzieren. Diese Skala hat sich seit ihrer Einführung als äußerst wertvoll erwiesen und wird heute weltweit von Pflegekräften eingesetzt.


Das Vermächtnis von Braden und Bergstrom in der Pflegebranche ist von unschätzbarem Wert und zeigt, wie ein einfaches Instrument einen so großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Pflegebedürftigen haben kann.


Wenn Sie in der Risikomatrix der SIS ein Dekubitusrisiko erkannt haben, müssen Sie zwingend nach dem Expertenstandard eine differenzierte Risikoeinschätzung innerhalb von 8 Stunden nach Aufnahme durchführen und dokumentieren.




Hier noch einmal der Auszug des Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege:



Es ist wichtig zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen eingeschränkter Mobilität und Immobilität gibt. Eingeschränkte Mobilität bedeutet, dass der Patient in der Lage ist, sich zu bewegen, jedoch aufgrund von Krankheit, Verletzung oder anderen Faktoren eingeschränkt ist. Immobilität hingegen bedeutet, dass der Patient nicht in der Lage ist, sich ohne Hilfe zu bewegen.


Bei der Anwendung der Braden-Skala ist es wichtig, zwischen eingeschränkter Mobilität und Immobilität zu unterscheiden, da dies Auswirkungen auf das Risiko für Dekubitus hat. Ein Patient mit eingeschränkter Mobilität hat möglicherweise ein höheres Risiko für Dekubitus als ein Patient mit normaler Mobilität, aber ein Patient, der vollständig immobil ist, hat ein sehr hohes Risiko für Dekubitus.


Daher ist es wichtig, bei der Anwendung der Braden-Skala die Mobilität des Patienten sorgfältig zu beurteilen und zu dokumentieren, um das Risiko für Dekubitus angemessen zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.


Immobilität gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Dekubitus. Patienten, die aufgrund einer eingeschränkten Mobilität lange Zeit in einer Position verharren müssen, sind einem höheren Risiko für Dekubitus ausgesetzt, da der Druck auf bestimmte Bereiche des Körpers (z.B. Gesäß, Rücken, Fersen) ungleichmäßig verteilt wird. Eine längere Druckeinwirkung auf diese Bereiche kann zu Schädigungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes führen, was wiederum zu einer Dekubitusentwicklung führen kann. Daher ein kurzer Überblick zu der "Rangfolge":




Diese Skala besteht aus sechs Komponenten, die das Risiko eines Patienten in den folgenden Bereichen bewerten: Wahrnehmung, Feuchtigkeit, Aktivität, Mobilität, Ernährung und Reibung und Scherkräfte.


Jede Komponente wird auf einer Skala von 1 bis 4 bewertet, wobei 1 das höchste Risiko und 4 das niedrigste Risiko darstellt. Die Gesamtpunktzahl reicht von 6 (höchstes Risiko) bis 23 (niedrigstes Risiko).


Um die Braden-Skala anzuwenden, gibt es einige Schritte, die Pflegekräfte befolgen können:

  1. Beurteilen Sie die Wahrnehmung des Patienten, um festzustellen, ob er oder sie in der Lage ist, den Druck zu spüren und darauf zu reagieren.

  2. Überprüfen Sie, ob der Patient eine normale oder erhöhte Feuchtigkeit aufweist.

  3. Beurteilen Sie die Aktivität des Patienten, um zu sehen, ob er oder sie in der Lage ist, die Position zu wechseln oder zu ändern.

  4. Beurteilen Sie die Mobilität des Patienten, um festzustellen, ob er oder sie in der Lage ist, sich ohne Hilfe zu bewegen.

  5. Überprüfen Sie die Ernährung des Patienten, um sicherzustellen, dass er oder sie ausreichend Nährstoffe erhält.

  6. Beurteilen Sie die Reibung und Scherkräfte, die der Patient möglicherweise ausgesetzt ist.

Die Gesamtpunktzahl auf der Braden-Skala gibt Ihnen eine Vorstellung davon, wie hoch das Dekubitusrisiko eines Patienten ist. Bei einer Gesamtpunktzahl von 18-23 besteht kein Dekubitusrisiko, während bei einer Gesamtpunktzahl von 12 oder weniger ein sehr hohes Dekubitusrisiko besteht.



Bei einem Dekubitusrisiko unter 12 Punkten oder niedriger müssen Sie SOFORT Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu reduzieren.


 

Jetzt haben wir uns an dieser Stelle jedoch genug mit der Theorie beschäftigt und kommen nun zur Praxis anhand des Fallbeispiels von Herrn Otto Mobil in meinem Video auf YouTube.



Otto Mobil hat einen Schlaganfall erlitten und zeigt eine Hemiparese rechts auf. Darüber hinaus ist ein Gewicht von 54 Kilo bei einer Größe von 170 cm vorhanden. Aufgrund des Schlaganfalles kann der Patient seine Ausscheidungen nicht mehr kontrollieren und für die Schmerzen erhält er ärztlich verordnet Targin.


Bitte schätzen Sie jetzt mit der Braden - Skala das Risiko ein: Bitte bedenken Sie, dass es sich nur um eine Ersteinschätzung handelt. Zeitnah sollte eine weitere Einschätzung bzw. Überprüfung stattfinden.



Hier ist meine Antwort:


Ich komme mit meiner Ersteinschätzung insgesamt auf 9 Punkte! Die an dieser Stelle unklaren Punkte sind die Ernährung und ob die Haut wirklich ständig feucht ist.


Dies wird sich im Laufe der Zeit erst herausstellen, ob meine Einschätzung korrekt war und daher werde ich nach einer Woche eine erneute Risikoeinschätzung durchführen. Während dessen werde ich natürlich gemäß dem Expertenstandard für 3 bis 5 Tage Ernährungs- und Flüssigkeitsprotokolle führen um zu sehen, ob meine mäßig eingeschätzte Ernährung auch korrekt war.


Auf wieviele Punkte sind Sie in der Braden - Skala gekommen?


Wie Ihr wisst, verlangt der Expertenstandard in der Dekubitusprophylaxe eine differenzierte Einschätzung des Risikos. Wenn ihr also in der SIS ein Risiko erkannt habt für einen Dekubitus müsst Ihr zwingen das Risiko differenziert einschätzen!

Sicherlich sagt der Expertenstandard, dass keine Skala mehr verwendet werden MUSS! Allerdings könnt Ihr die Braden - Skala immer noch verwenden und bevor ihr was vergesst, nehmt doch einfach die Braden-Skala - Risiko einschätzen und schon habt ihr das gemäß dem Expertenstandard auch schon erledigt.


Richtig ist, dass der klinische Nutzen von standardisierten Risikoskalen in der Praxis nicht belegt wurde, da Studien zur präditkiven Validität von Risikoskalen limitiert sind. Aber das wichtigste ist, dass ihr das Risiko überhaupt eingeschätzt habt!


Somit könnt ihr euch direkt an die Maßnahmenplanung und Durchführung der geplanten Maßnahmen begeben!


Durch die Verwendung der Braden-Skala könnt Ihr Euren Arbeitsalltag als Pflegekräfte nicht nur schneller, sondern auch viel effektiver gestalten. Ihr werdet in der Lage sein, frühzeitig auf mögliche Hautschäden zu reagieren und somit das Risiko von Dekubitus zu reduzieren. Indem Ihr die Hautgesundheit Eurer Patienten verbessert, tragt Ihr zu ihrer allgemeinen Gesundheit und ihrem Wohlbefinden bei.


Also zögert nicht länger und integriert die Braden-Skala in Euren Pflegeprozess - für eine gesündere Haut und eine effektivere Pflege!


Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, um die Hautgesundheit (der neue Expertenstandard kommt wohl noch dieses Jahr!) Ihrer Patienten zu verbessern und das Risiko von Dekubitus zu reduzieren. In meinem nächsten Video werde ich Euch zeigen, wie Ihr den sooo wichtigen Fingertest durchführen könnt, um den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu bestimmen und welche Maßnahmen Ihr ergreifen könnt, um die Hautpflege zu optimieren.



Also bleibt gesund und munter!


Eure


Schwester Eva





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