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Innovative elektrische Stimulation heilt Wunden dreimal schneller – Neueste Forschungsergebnisse



Einleitung


In bahnbrechenden Forschungen haben Wissenschaftler der Technischen Universität Chalmers und der Universität Freiburg gezeigt, dass Wunden durch elektrische Stimulation dreimal schneller heilen können. Diese Entdeckung birgt enormes Potenzial, insbesondere für Patienten mit Diabetes und ältere Menschen, die unter chronischen Wunden leiden. Dank erhöhter Finanzierung wird das Projekt darauf abzielen, diese innovative Behandlung näher an die klinische Anwendung zu bringen und damit Millionen von Menschen Hoffnung zu geben.


Das Problem der chronischen Wunden


Herausforderungen bei der Wundheilung


Chronische Wunden stellen ein erhebliches Gesundheitsproblem dar, insbesondere für Diabetiker und ältere Menschen. Diese Wunden heilen oft nur sehr langsam oder gar nicht, was zu schweren Komplikationen wie Infektionen und in extremen Fällen sogar zu Amputationen führen kann. Der beeinträchtigte Heilungsprozess bei diesen Patienten erfordert fortschrittliche Behandlungsmethoden, um die Genesung zu fördern und Gesundheitsrisiken zu reduzieren.


Gesellschaftliche Auswirkungen


Chronische Wunden belasten nicht nur die betroffenen Patienten, sondern auch das Gesundheitssystem erheblich. Langwierige Behandlungsprozesse und die Notwendigkeit intensiver Pflege erhöhen die Kosten und erfordern umfassende medizinische Ressourcen. Neue Ansätze, die den Heilungsprozess beschleunigen, könnten daher auch wirtschaftliche Vorteile bringen.




Hoffnung für Diabetes-Patienten


In der Studie konzentrierten sich die Forscher auch auf die Wundheilung im Zusammenhang mit Diabetes, einem weltweit wachsenden Gesundheitsproblem. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der International Diabetes Federation hat heute jeder elfte Erwachsene irgendeine Form von Diabetes.


„Wir haben uns Diabetesmodelle für Wunden angesehen und untersucht, ob unsere Methode auch in diesen Fällen wirksam sein könnte. Wir haben gesehen, dass die Wunden auf dem Chip sehr langsam heilen, wenn wir Diabetes in den Zellen nachahmen. Mit der elektrischen Stimulation können wir jedoch die Heilungsgeschwindigkeit erhöhen, sodass die von Diabetes betroffenen Zellen fast gesunden Hautzellen entsprechen“, sagt Asplund.



Individuelle Behandlung im nächsten Schritt


Die Chalmers-Forscher erhielten kürzlich ein großes Stipendium, mit dem sie ihre Forschung auf diesem Gebiet fortsetzen können, und langfristig die Entwicklung von Wundheilungsprodukten für Verbraucher auf dem Markt ermöglichen. Ähnliche Produkte wurden bereits vorgestellt, aber es ist mehr Grundlagenforschung erforderlich, um wirksame Produkte zu entwickeln, die genügend elektrische Feldstärke erzeugen und für jeden Einzelnen richtig stimulieren. Hier kommen Asplund und ihre Kollegen ins Bild:


„Wir untersuchen nun, wie verschiedene Hautzellen während der Stimulation interagieren, um einer realistischen Wunde einen Schritt näher zu kommen. Wir wollen ein Konzept entwickeln, mit dem Wunden gescannt und die Stimulation basierend auf der einzelnen Wunde angepasst werden können. Wir sind davon überzeugt, dass dies der Schlüssel ist, um Menschen mit langsam heilenden Wunden in Zukunft effektiv zu helfen“, sagt Asplund.


Mehr zur Studie:



- „Bioelektronische mikrofluidische Wundheilung: Eine Plattform zur Untersuchung der Gleichstromstimulation verletzter Zellkollektive“ wurde in der Zeitschrift *Lab on a Chip* veröffentlicht. Der Artikel wurde von Sebastian Shaner, Anna Savelyeva, Anja Kvartuh, Nicole Jedrusik, Lukas Matter, José Leal und Maria Asplund geschrieben. Die Forscher arbeiten an der Universität Freiburg in Deutschland und der Technischen Universität Chalmers.


- In ihrer Studie zeigten die Forscher, dass die Wundheilung auf künstlicher Haut, die mit elektrischem Strom stimuliert wurde, dreimal schneller war als auf der Haut, die auf natürliche Weise heilte. Das elektrische Feld war mit etwa 200 mV/mm niedrig und hatte keinen negativen Einfluss auf die Zellen.


- Die von den Forschern entwickelte Methode basiert auf einem mikrofluidischen Biochip, auf dem künstliche Haut gezüchtet, mit elektrischem Strom stimuliert und effektiv und kontrolliert untersucht werden kann. Das Konzept ermöglicht es Forschern, mehrere Experimente parallel auf demselben Chip durchzuführen.


- Das Forschungsprojekt begann 2018 und wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) finanziert. Das Projekt wurde kürzlich mit neuen Mitteln ausgestattet, damit die Forschung die Patienten vermarkten und ihnen zugutekommen kann.



Bedeutung für pflegerische Wundexperten


Die Entdeckung und Weiterentwicklung der elektrischen Stimulation zur Wundheilung hat tiefgreifende Implikationen für pflegerische Wundexperten. Diese innovative Methode kann die Art und Weise revolutionieren, wie chronische Wunden behandelt werden, insbesondere bei Patienten mit Diabetes oder schlechter Durchblutung, die oft unter schlecht heilenden Wunden leiden. Pflegerische Wundexperten könnten diese Technologie nutzen, um den Heilungsprozess signifikant zu beschleunigen und das Risiko schwerwiegender Komplikationen wie Infektionen und Amputationen zu verringern.


Die Anwendung elektrischer Stimulation könnte in die Standardpflegeprotokolle integriert werden, wodurch der Bedarf an langfristigen, teuren Behandlungen verringert und die Heilungschancen für Patienten mit chronischen Wunden verbessert würden. Zudem bietet diese Methode das Potenzial für eine verbesserte Patientenzufriedenheit, da schneller heilende Wunden weniger Schmerzen und Unannehmlichkeiten verursachen.


Nächste Schritte für die Implementierung


Ausbildung und Schulung: Pflegerische Wundexperten müssen umfassend in der Anwendung und den Vorteilen der elektrischen Stimulation geschult werden. Dazu gehören Workshops, Schulungen vor Ort und die Integration dieses Wissens in bestehende Weiterbildungskurse.


Klinische Studien: Um die Wirksamkeit und Sicherheit der Methode weiter zu validieren, sind groß angelegte klinische Studien erforderlich. Diese Studien sollten die Anwendung bei verschiedenen Patientengruppen und Wundarten untersuchen.


Integration in die Pflegepraxis: Nach erfolgreichen Studien könnten Protokolle entwickelt werden, um die elektrische Stimulation als Standardbehandlung für bestimmte Arten von Wunden zu etablieren. Dies könnte durch Leitlinien und Empfehlungen von Fachgesellschaften unterstützt werden.


Technologieentwicklung: Die Weiterentwicklung der technologischen Geräte zur Wundstimulation ist entscheidend. Dies umfasst die Verbesserung der Biochips, um eine präzisere und individuellere Behandlung zu ermöglichen, sowie die Entwicklung tragbarer und benutzerfreundlicher Geräte für den Einsatz in der häuslichen Pflege.


Patientenaufklärung: Patienten müssen über die neuen Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Dies kann durch Informationsbroschüren, Aufklärungsgespräche und Unterstützung durch Selbsthilfegruppen geschehen.


Finanzierung und Kostenerstattung: Es ist wichtig, dass Gesundheitssysteme und Versicherungen die Kosten für diese innovative Behandlungsmethode übernehmen. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden und Versicherungsträgern, um die Vorteile der elektrischen Stimulation in die Erstattungssysteme zu integrieren.


Die Kombination dieser Schritte könnte die Implementierung der elektrischen Stimulation in die Wundpflegepraxis erheblich beschleunigen und die Lebensqualität vieler Patienten verbessern.


Pflegerische Wundexperten spielen hierbei eine Schlüsselrolle, da sie die direkte Verbindung zwischen Forschung und Patientenversorgung darstellen und somit die Effektivität und Akzeptanz neuer Behandlungsmethoden maßgeblich beeinflussen können.


GLG


Eure Schwester Eva




Quellen:

  • Forschungsstudie zur elektrischen Stimulation der Wundheilung, durchgeführt von der Technischen Universität Chalmers und der Universität Freiburg. Veröffentlicht in der Zeitschrift Lab on a Chip unter dem Titel "Bioelektronische mikrofluidische Wundheilung: Eine Plattform zur Untersuchung der Gleichstromstimulation verletzter Zellkollektive". Autoren: Sebastian Shaner, Anna Savelyeva, Anja Kvartuh, Nicole Jedrusik, Lukas Matter, José Leal und Maria Asplund.

  • Informationen zur Förderung und weiteren Forschung durch den Europäischen Forschungsrat (ERC).

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO) und International Diabetes Federation zur Prävalenz von Diabetes und dessen Auswirkungen auf die Wundheilung.



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