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Risikomatrix: weitere Einschätzung notwendig? Ja oder NEIN?





Wir schauen uns jetzt mal ganz genau an, unter welchen Umständen man in der Risikomatrix der SIS eine weitere Einschätzung bei erkanntem Risiko ankreuzen muss.


Denn viele Pflegekräfte sind immer noch verunsichert, ob eine weitere Einschätzung angekreuzt werden muss oder eben nicht.


Wir gehen der Sache mal hier Schritt für Schritt genau auf den Grund.


Wir müssen immer daran denken, dass die SIS nicht irgendein Formular ist, sondern diese als Pflegeanamnese der erste Schritt im Pflegeprozess und somit auch Bestandteil des Pflegeprozesses selber ist.


Die Risikomatrix der SIS ist also dazu da um die pflegerischen Risiken wie Dekubitus, Mangelernährung, Thrombose, Schmerzen und akute / chronische Wunden zu erkennen bzw. genau herauszufiltern.


Dann kommen wir natürlich zu der Frage, wie funktioniert dies jetzt genau mit der Risikomatrix bei vorliegendem Risiko.


Dazu nehmen wir am Besten ein Fallbeispiel und gehen dies Schritt für Schritt mal durch.


Wir haben hier eine SIS von Frau Olga Wolga. Diese schon ein wenig ältere Dame soll uns hier begleiten und bitte lesen Sie an dieser Stelle sich genau die 3 Themenfelder mit den notwendigen Informationen durch und beantworten Sie bitte anschließend die Frage, ob ein Dekubitusrisiko bei Frau Wolga erkennbar ist oder nicht.





Also liegt definitiv ein Risiko für einen Dekubitus vor.


An dieser Stelle kommen dann die Expertenstandards in Spiel, denn die Expertenstandards ist für die Pflege das, was die Leitlinien für Ärzte sind.


Überdies gelten die Expertenstandards als juristisch verbindlich und genau das prüfen auch die Medizinischen Dienste und auch die Gerichte ganz genau!


So dann schauen wir uns den Expertenausstandard also mal ganz genau an.


Was sagt der Expertenstandard?


Eine strukturierte Einschätzung des Dekubitusrisikos inklusive einer ausführlichen Dokumentation wird in allen Leitlinien empfohlen zweitens die Untersuchung des Hautzustandes ist ein weiterer wichtiger Aspekt und jetzt kommt es wichtigste die Durchführung eines Risikoassessments sollte so schnell wie möglich aber auf keinen Fall später als 8 Stunden nach Aufnahme erfolgen das bedeutet also wenn wir ein Risiko haben müssen wir laut Expertenstandards eine weitere differenzierte Risikoeinschätzung durchführen und der Expertenstandard für Dekubitusprophylaxe in der pflegesacht noch etwas.




Und zwar sagt der folgendes in allen Leitlinien wurde die Durchführung eines systematischen engmaschigen Hautassessments als Teil des Risikoassessments empfohlen wobei die Haut unter anderem auf nicht wegdrückbare Rötungen sowie auf Ödeme Schwellungen Schmerz oder Erhöhung der Haut Temperatur hin untersucht werden sollte. Hier kommt der Fingertest ins Spiel und auch hier wieder was sehr Wichtiges kommt nämlich jetzt eine Hautinspektion sollte, als Teil des Risikoassessments so schnell wie möglich nach Aufnahme erfolgen spätestens aber nach 8 Stunden weitere Hautinspektionen sollten im Zusammenhang mit jedem Risikoassessment durchgeführt werden.


Das bedeutet also wir müssen acht Stunden nach Aufnahme spätestens wenn wir ein Dekubitusrisiko erkannt haben in der Risikomatrix der Sitz eine Hautinspektion und eine differenzierte Risikoeinschätzung vorlegen und jetzt gehen wir einen Schritt zurück und wir erinnern uns noch mal, was der Fingertest war und wie es funktioniert.





Ein Fingertest ist also regelmäßig durchzuführen und das Ergebnis muss von Ihnen auch dokumentiert werden ja ganz wichtig dass Sie nachweisen können dass sie den Fingertest durchgeführt haben. Also mit dem Finger wird auf die Hautrötung gedrückt dann entsteht ein weißer Umriss und erscheint der Fingerabdruck nach loslassen für einen Kunden kurzen Moment weiß ist die Rötung wegdrückbar und damit der Fingertest negativ es liegt kein Dekubitus vor sondern ein allergisch oder entzündliches bedingtes Ödeme und die dritte Variante ist bei Bild 3 im Video die Rötung dagegen ist nicht wegdrückbar und bleibt nach dem Loslassen also bestehen, ist der Fingertest positiv. Es liegt eine druckbedingte Hautschädigung vor.


Also fassen wir zusammen: wenn sie in der Risikomatrix der Sitz ein Dekubitusrisiko erkennen und mit Ja am kreuzen müssen sie nach dem Expertenstandard der juristisch verbindlich ist unbedingt eine weitere Einschätzung ankreuzen und auch durchzuführen. Das ganze muss auch noch dokumentieren werden, wenn Sie ein Risiko erkannt haben und auch ankreuzen muss innerhalb von acht Stunden eine differenzierte Risikoeinschätzung vorgelegt werden und wenn Sie dies nicht tun, dann gilt es als Pflegefehler.




Und deswegen ist es so wichtig und deswegen dich das hier noch mal ganz klar darstellen weil ich sehe, dass das häufig in der Praxis wie viele von Euch geschrieben haben, dass gesagt worden ist "nein das brauchen wir nicht ankreuzen".


Doch müssen sie das ist ein Pflegefehler denn so stets wir haben es ja ausführlich besprochen exakt im Expertenstandard also merken Sie sich Risiko erkannt beim Dekubitus egal in welchen Themenfeld dann ist eine weitere Einschätzung zwingend notwendig.


Warum ist es jetzt also noch mal ein Pflegefehler?


Wir fassen das noch mal kurz zusammen gemäß dem Expertenstandards muss bei einem erkannten Risiko eine differenzierte Risikoeinschätzung und eine Hautinspektion nicht später wie 8 Stunden nach Aufnahme durchgeführt und dokumentiert werden wenn Sie also unter weitere Einschätzung nein in der Risikomatrix ankreuzen liegt der Pflegefehler darin begründet dass sie bei einem Dekubitusrisiko gegen den Expertenstandard verstoßen haben und keine differenzierte Risikoeinschätzung vorgenommen haben daraus folgt dass sie es auch versäumen werden entsprechende Maßnahmen zu Dekubitusprophylaxe zu planen durchzuführen und zu dokumentieren und damit ist dann überhaupt kein Pflegeprozess erkennbar und in diesem Zusammenhang hat sind wir dann noch ein paar Dinge eingefallen die ich sie an dieser Stelle gerne fragen möchte und ich würde sie wirklich bitten schreiben Sie mir das doch unten in die Kommentare die Antworten auf die Fragen rein.


Es sind drei Fragen die ich Sie gerne fragen möchte:


  • Wissen Sie wie man eine differenzierte Risikoeinschätzung bei einem erkannten Dekubitusrisiko durchführt und dokumentiert?

  • Wissen Sie, wo das Ergebnis des Fingertests am besten dokumentiert werden sollt?

  • Wissen Sie welche zusätzlichen Formulare sie bei einem vorliegenden Dekubitusrisiko zusätzlich benötigen?


Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten...



Eure


Schwester Eva






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